**** Mit ihrem im Frühjahr 1976 erschienen Album „Give us a wink“ konnten sich The Sweet endgültig von den Fesseln der Vergangenheit (Bubblegum-Rock und Chinn/Chapman) befreien. Das Album enthält ausschließlich Kompositionen von Brian Connolly, Andy Scott, Steve Priest und Mick Tucker und wurde außerdem von den Jungs im Alleingang produziert. Außerdem wurde der musikalische Weg der Alben „Sweet F.A.“ (1974) und „Desolation Boulevard“ (1974) konsequent fortgeführt: Weg vom Hitparadenfutter a la „Co Co“, „Wig Wam Bam“, „Bock Buster“ etc. hin zu knallhartem Rock. Handwerklich ist „Give us a wink“ eine äußerst gelungene Angelegenheit, auch wenn sich bis auf zwei Ausnahmen die Stücke hart am Rande des Klauens bei Led Zeppelin, Deep Purple und Uriah Heep bewegen. Das Album beginnt mit „The lies in your eyes“, das als Singleauskopplung Anfang März 1976 Platz 5 der deutschen Singlecharts erreichte. Musikalisch erinnert der solide Rocker an ihren 75er Bestseller „Action“. “Cockroach“, „Keep it in“ und „4th of July“ bietet soliden Heavyrock, der allerdings stark an Led Zeppelin erinnert, ohne allerdings deren Klasse auch nur annähernd zu erreichen. Dann folgt mit einer leicht überarbeiteten Version ihres 75er „Action“ das mit Abstand beste Stück des Albums. Ebenfalls weit über dem Durchschnitt ist „Yesterday’s Rain“. „White Mice“ hätten sich die Jungs sparen können. Ganz aus dem Rahmen fällt das über sieben Minuten lange „Healer“, ein schleppender und stampfender Rocker an dem nicht nur Sweet-Fans ihre Freude haben dürften. Alles in allen ist „Give us a wink“ mit Sicherheit kein Meisterwerk, bietet aber handwerklich exzellent gemachten Rock, den man in gewissen Abständen immer wieder gerne auflegt. |